Abwechslungsreiches Leben

ABB vom 14.09.2020

Neues Gesprächsformat / Philipp Schäfer für Begegnungszentrum
Von unserem Mitarbeiter Roland Spether

Miteinander gesprochen: Die Premiere von „Auf ein Bier mit …“ war gelungen. Vikar Manuel Gärtner hatte Philipp Schäfer (rechts) zu Gast. Foto: Roland Spether

„Auf ein Bier mit—“ heißt ein neues Gesprächsformat in Achern. Es soll neue Einblicke vermitteln.

Achern-Fautenbach. Dass es sich an einem lauen Spätsommerabend bei einem Bier gemütlich „Open Air“ verweilen und wie an einen Stammtisch offen, locker und leicht plaudern lässt, durften die Besucher bei dem neuen Format „Auf ein Bier mit …“ erleben. Dabei hatte Vikar Manuel Gärtner bei der Premiere als Gesprächspartner Philipp Schäfer vom Schuhaus Schäfer zu Gast, der auch Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Achern aktiv“ ist und sich seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen sozial engagiert. Als dann bei den Fragen aus dem Kreis der Zuhörer jemand wissen wollte, welchen Wunsch er gerne erfüllt hätte, antwortete er recht schnell: „Ich wünsche mir für Achern ein Begegnungszentrum mit vielen Mitarbeitern und Spendern“.

Der eine oder andere der Gäste hätte vielleicht als Antwort „keine Einbahnstraße durch die Innenstadt“ oder nach dem Lockdown „jeden Monat bis Ende 2020 einen verkaufsoffenen Sonntag“ erwartet. Doch obwohl Philipp Schäfer als einem der Geschäftsführenden Gesellschafter eines familiengeführten Fachgeschäfts neben seiner Mutter Else Schäfer und Schwester Heike Schäfer-Hansmann ein florierender Einzelhandel in der Stadt mindestens genauso wichtig ist, wünschte er sich ein Begegnungszentrum „Achern miteinander“, in dem die Aktivitäten des Arbeitsreises Migration Achern (AMA) unter einem Dach vereint sind.

„Es tut gut, wenn man anderen Menschen helfen kann“, sagt Philipp Schäfer. Seit der Ankunft der Flüchtlinge 2015 engagierte er sich im AMA, machte dabei gute Erfahrungen und will nun mit vielen anderen Mitbürgern das Begegnungszentrum aufbauen.

Schon zu Beginn des Lockdowns hat das Pastoralteam um Pfarrer Joachim Giesler mit den Selfie- und Livestream-Gottesdiensten und „Mit Gott auf der Couch“ sehr gute und weithin beachtete Formate für eine „digitale Communio“ entwickelt. Nun gab es mit „Auf ein Bier mit …“ eine neue Veranstaltung, auf den Weg gebracht von Manuel Gärtner, Lisa Schillinger, Sonja Weißenberger und Raimund Stockinger.

Der Kirchenmusiker Frank Hodapp sorgte mit feinen Melodien und ewig jungen Klangfarben wie „The Entertainer“ für den guten musikalischen Ton der Premiere, die Hoffnung auf noch mehr interessante und gehaltvolle Stammtische im nächsten Sommer machte.

Es sei ein „sehr abwechslungsreiches Leben“, das Philipp Schäfer als Einzelhändler, Vorsitzender und Bürger im ehrenamtlichen Engagement auch in Sachen Fair-Trade-Stadt führe, sagte Manuel Gärtner. Darüber war mancher überrascht, denn viele kennen Philipp Schäfer aus der Zeitung, wenn er Kuchen bei Bauernmärkten anschneidet oder eine Leistungsschau Ökologie mit verkaufsoffenem Sonntag eröffnet.

Doch hinter diesen und anderen Aktivitäten von „Achern aktiv“ wie die Blumenschau „Mille Fleurs“ oder das Street Food Festival stecken sehr viel Arbeit, die Philipp Schäfer in seiner Freizeit und während seiner Arbeitszeit wahrnimmt. Doch bei seinem sozialen Engagement steht weniger er selbst im Vordergrund als vielmehr die für ihn wichtige Tatsache, dass Menschen geholfen werden muss. Zumal dann, wenn sie aus Ländern kommen in denen es Menschen nicht so gut geht.

Dies hat er mehrmals betont und es war zu spüren, dass es ihm ein Herzensanliegen ist, dass Menschen in armen und elenden Situation leben und eine Verbesserung dieser Lage gar nicht oder nur ganz langsam vonstattengeht.

Auf die Frage, woraus er seine Kraft schöpfe, nannte er seine Familie, das Beisammensein, die Gespräche und die Tatsache, dass er durch die Familie in den christlichen Glauben hineinwuchs. Auf die Frage „Man müsste der Kirche einen Schuh verpassen …“ antwortet Schäfer mit Blick auf dringend nötige Änderung originell mit „bei dem der Absatz auch mal vorne sein darf“.